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Bachmann-Betschart Anna
10.05.1924 – 16.06.2017

Schwiegertochter von Jakob Edwin Bachmann
Ehefrau von Hermann Bachmann
Mutter von Annette Maria Forster

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Vita 

Wenn Anna – Anny – Anneli ... von ihren Kindertagen erzählte, sind Bilder aus dem Muotatal lebendig geworden. Ihr Herz schlug noch lange für das stattliche, damals leerstehende Jugendstilhotel, das ihr Vater übernehmen konnte, um in den unteren Räumen eine Kleiderbügelfabrik einzurichten. Im übrigen Haus hat die Familie mit den acht Kindern grosszügig Platz gefunden, es gab darin auch eine kleine Hauskapelle. Das ganze Dorf war ein grosser Spielplatz mit Verwandten und Freunden, alle kannten einander. Selbst das Pferd des Milchmannes konnte die Fuhren allein machen, wenn sein Meister krank war. Oh ja, vieles gab es zu erzählen aus dem Muotatal und aus den Tagen in der Klosterschule. Ihr Vater hat sich in der freien Zeit leidenschaftlich mit Fotografie beschäftigt und sogar wohlklingende Geigen gebaut, auf denen Anneli - das mit Abstand jüngste der acht Kinder - zu spielen gelernt hat. Die Familie war hoch angesehen. Ihr Vater brachte das erste Auto ins Tal und damit viel Aufregung unter die Leute. Ein Ausruf ist ihr fest im Gedächtnis geblieben und sie hat ihn lachend gern zitiert: „Gott-o-gott, e Pfusischesä und kä Fätzä Ross dra!“

Nach zweimaligen Umzügen mit den inzwischen betagten Eltern, welche sie pflegte, begegnete Anna in Dietikon der Liebe Ihres Lebens. Doch in welch einer Zeit: Der junge Mann war Kunstmaler im Aktivdienst, sie selber wurde lungenkrank und man wies sie in ein Sanatorium nach Davos ein. Wahre Liebe ist stark und überbrückt alle Distanz. Wie wunderbar, dass Annas weltoffener Vater dem jungen Hermann Bachmann seine Tochter anvertraute, obwohl dieser aus einer Künstlerfamilie stammte. Er gab dem jungen Paar seinen Segen. Die erste Zeit war nicht einfach. Nach dem Krieg hatte niemand Geld um Bilder zu kaufen. Also setzte Hermann um, was er im Militärdienst gelernt hatte und begann Schweiss- und Metallspritzarbeiten auszuführen. Die Geburt von Hermann junior gab ihm so viel Elan, dass er eine alte Scheune gemietet und darin ein kleines Metallspritzwerk eingerichtet hat. Bald ist auch Tochter Annette zur Welt gekommen und die kleine Familie war komplett. Anni war mit Leib und Seele Mutter und Gattin. Bei welchen Vereinen Hermann auch mitgemacht hatte, seine Anna durfte das auch. Etwas, das für die damalige Zeit nicht selbstverständlich gewesen ist. Und so kam es, dass sie bei Kegel-Meisterschaften gemeinsam auf den Siegerpodesten standen, er bei den Männern, sie bei den Frauen. Und sie war mit ihrer Schwyzer-Tracht bei jedem Volklorefest dabei, wo ihr Mann als Sänger oder Fahnenschwinger auftrat.

Der Einzug in das stattliche Haus an der Beerlistrasse war der Lohn für alle Arbeit. Anna entdeckte ihre Begeisterung für das Porzellanmalen und entfaltete diese durch intensive Schulung zur Perfektion. Eine der Lehrerinnen war die bekannte Frau Halter, Dietikon. Während all den Jahren der Geschäftstätigkeit hatte ihren Mann die Sehnsucht nach der Malerei, die er von seinem Vater Edwin Bachmann erlernt hatte, nie losgelassen. Anni wusste das. Und so war es für sie nicht überraschend, als er vorschlug alles zu verkaufen um in Kehrsiten ein Häuschen zu bauen und fortan von der Malerei zu leben. Der Schritt aus der bewegten Geschäftswelt war ein grosser. Der Alltag änderte sich von Grund auf. Rücken an Rücken arbeiteten sie in ihrem Atelier mit Ausblick über den Vierwaldstättersee. Hermann liess an der Staffelei auf weisser Leinwand Landschaften entstehen, in denen besonders seine filigran gemalten Bäume auffielen. Anna bereicherte mit gekonnt geführtem Pinsel weisses Porzellan jeglicher Form mit zauberhaften Blumenbotschaften. Gemeinsam organisierten sie Ausstellungen, an denen - und manchmal sogar besonders - auch ihre Arbeiten in den Mittelpunkt rückten. Sie half mit grossem Fleiss die Kasse aufzubessern, die nun nicht mehr so gefüllt war, wie zu Zeiten des Spritzwerkes. Doch was gab es schöneres, als nach gemeinsam getanem Tagwerk vom Sitzplatz aus über die Weite des Sees zu schauen.

1980 stellten sich bei Hermann gesundheitliche Schwierigkeiten ein und sie zogen nach Ennetmoos in ein neues Eigenheim, weil dieses für Arztbesuche leichter zugänglich war. Dort arbeiteten sie weiterhin gemeinsamen in ihrem Atelier. Nach dem Hinschied ihres Mannes malte Anna weiter und gab noch viele Jahre Unterricht in Porzellanmalerei.

Zeitungsberichte 

1973 Limmat Zeitung

1979 Nidwaldner Volksblatt

1983 Nidwaldner Volksblatt

1983 Nidwaldner Volksblatt

1985 Höfner Volksblatt

1992 Popularia

Signaturen

Die Signaturen sind unterschiedlich. Es gibt grundsätzlich zwei Arten der beiden Initialen AB: Sie stehen nebeneinander oder das B ist in die Unterseite des Buchstabens A hineingeschrieben. Das K. weist auf den Wohnort in Kehrsiten hin. 

Aus ihrem Schaffen

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